Mittwoch, 8. Oktober 2014

Ich und meine blühende Phantasie...

"Ich hab Angst."
"Wovor hast du Angst ?"
"Ich hab Angst dich zu verlieren. ... Und im gleichen Moment, wie ich das sage, fällt mir auf, dass du der einzige Mensch bist, den ich nicht verlieren kann. Aber ich habe schon so viele Menschen in meinem Leben verloren, dass das inzwischen in mir verankert ist, davor Angst zu haben."
Du streichst mit deiner Hand durch meine Haare und legst meinen Kopf auf deine Brust. "Was hörst du ?"
"Dein Herz."
"Siehst du. Und so lange das schlägt, wirst du mich nicht verlieren." Das hätte man süßer nicht sagen können.

Es ist so dunkel. Man sieht echt nichts. Außer die Uhrzeit auf meiner Digitaluhr. Es ist so leise, man hört auch nichts. Außer das Atmen. Das einzige, was wir jetzt können, ist fühlen. "Was fühlst du ?" frage ich dich. "Kannst du nicht anfangen ?" "Also gut", sage ich, "ich sage ein Wort, dann sagst du eins. Immer abwechselnd. Okay ?" "Okay." "Ich fühle... Wärme." "Ich auch." sagst du. "Das ist gemein, du musst auch was eigenes sagen." "Wärme... und... deine Nähe." "Ich fühle auch deine Nähe. Und...Sicherheit." "Ich spüre deinen Atem." "Und ich deinen Herzschlag." "Ich spüre... dass dein Handy vibriert." "Das ist gemein, jetzt bin ich ja schon wieder dran.", sage ich. "Ich spüre ... ein bisschen ... Schutz ?" "Ich spüre......" "Fällt dir nichts mehr ein ?" "Nein, dir ?" "Bestimmt." "Was denn ?" "Du bist dran :-) Ich bin mir sicher, dir fällt noch was ein !" "...Ich spüre deinen Kopf auf meiner Brust." "Und ich spüre ... das Gefühl, für das es kein Wort gibt."  "Oh man, daran habe ich auch die ganze Zeit gedacht, aber ich dachte, wir wollen präzise sein..." "Was ist schon präzise ?" frage ich und wir sind eine Weile still. "Ich fühle auch das Gefühl, für das es kein Wort gibt." setzt du schließlich fort. "Ey." sage ich. "Ich wollte es nochmal hervorheben, weil es besonders wichtig ist." "Na gut." sage ich. "Ich spüre..." setze ich fort "ein bisschen ... ein klein bisschen ... ein ganz kleines bisschen ... Liebe ?" Einen Moment ist es still. "Richtig." sagst du. "... du weißt ja, wie ich es meine, wenn ich sowas sage, oder ?" frage ich, um sicher zu gehen. "Natürlich weiß ich das." "Gut. Meistens wird das Wort in einem anderen Zusammenhang benutzt. Und vor allem in Verbindung mit anderen Gefühlen.. Ich bin mir sicher, dass nicht viele Menschen das fühlen, was ich gerade fühle. Was ich ..." "Ja ?" "Was ich .. gerade fühle." "Du wolltest doch was anderes sagen ?" fragst du nach. "Nein. .... Doch, wollte ich." "Dann sag es." "... Was ich ... für dich fühle." Ich fühle mich besser, wenn du bei mir bist. Ich wünschte, du wärst hier und all das wäre nicht nur in meinem Kopf. Ich wünschte, ich könnte in deinen Armen einschlafen.

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