Heute war ich auf einer Veranstaltung, die ich ebenfalls nicht namentlich nennen will. Als ich ankam, war er noch nicht da. Aber G., die FSJlerin. Wir haben uns eine Weile unterhalten und irgendwann kam er auch. Als er die Halle betreten hat, begann mein Herz schneller und lauter zu schlagen. "Na du Nase ?" sagte ich. :-) ... Er begrüßte sie mit "G.-chen" und mich nicht !! 😭
N. war auch da. Wir haben einige Zeit zusammen verbracht, bis sie wieder ging. Als es später richtig los ging, habe ich mich nach oben verkrochen und versucht ein bisschen zu gucken. Das war aber nicht so das wahre, weil ich Angst hatte, dass mich jemand ertappen würde.
...Und dann war Pause. Und dann standen wir auf einmal hinten, draußen. Ich war mitgegangen, wollte mal wieder eine rauchen. Erst standen wir noch drinnen in der Kneipe, alleine. Ich habe angefangen zu reden. "Hast du gekifft ? fragt er mich." Also P. hat mich das gefragt. "Und, hast du ?" "Neein ! Ich bin heute nur ein bisschen hibbelig." Dann haben wir noch geredet, über kiffen, über Drogen. Dann sind wir rausgegangen. Alle drei. Wir haben geredet. Sie haben geredet. Er hat geredet. Ein Gespräch, von dem ich nichts verstanden habe. Und mir mal wieder klar wurde, wie dumm ich bin. Ich habe wirklich überhaupt keine Ahnung. Von Politik und sowas. Nichtmals ansatzweise. Ich bin einfach nur dumm. Nichts habe ich verstanden. Außer, als er auf einmal sagte "Egal, wie alt du bist, ..." Dann setzte mein Verstand aus und ich musste unweigerlich lächeln. Das nächste, was ich wieder verstanden habe, war, dass er fast doppelt so alt ist wie ich. Da verging mir das Lächeln wieder. Ja. Und was heißt das jetzt ? Egal, darüber denke ich später nach. Dachte ich. Dann ging es wieder um Dinge, die ich nicht verstehe. Versteht mich nicht falsch, es war nicht uninteressant. Im Gegenteil, es war sogar sehr interessant. Und komischerweise war ich ganz ruhig. Nicht wie zu dem Zeitpunkt, als er die Halle betreten hat. Es war wunderschön, ihm einfach nur zuzuhören.
Dann kam die Rede darauf, dass er versuchen solle, einen Stein anzuzünden und dann die Innenstadt herunter rollen. Nackt. Und dann habe ich das wohl falscheste gesagt, was ich in diesem Zusammenhang hätte sagen können: "Das will ich sehen." Aber ich hatte es gar nicht so gemeint. 😱😱 Ihr müsst mich verstehen, ich meine, das sagt man doch so, oder ? Dann wurde mir klar, was ich gesagt hatte. "Ich nicht." sagte er nur. Jetzt war ich ganz schön ins Fettnäpfchen getreten. Wir redeten noch eine Weile. Sie tranken Alkohol, ich nicht. Haha, diesmal habe ich nicht vergessen, dass ich mit dem Auto bin. :D ... er war aber auch mit dem Auto. "Also ich hab noch nichts getrunken." sagte ich dann. "Wir bleiben aber noch lange hier. Bestimmt noch bis ein Uhr." sagte er. "Wie meinst du das ? Dass ich bis dahin bestimmt auch noch was trinken werde ?" "Nein, ich will dich doch nicht abfüllen, aber wenn du uns mitnehmen willst." Hat man das aus meiner Stimme herausgehört ?? 😱 Gesagt habe ich es nämlich nicht ! Freu dich nicht zu früh. Habe ich mir gedacht.
Als dann das Programm weiterging, sind wir wieder rein gegangen. Beziehungsweise das Programm hatte schon längst wieder angefangen, als wir reinkamen. "Ich geh mal wieder hoch", sagte ich, während die beiden hinter dem Technikpult verschwanden. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich richtig Hunger. Eigentlich war ich froh, dass ich alles, was es dort gab, nicht mochte, weil ich heute schon ein Croissant und einen Donut gegessen hatte. Es gab Muffins, die haben aber nicht geschmeckt. Und Reis mit Bananen-Curry, das mochte ich nicht, hat wirklich komisch geschmeckt, ich hab es probiert. Und es gab Popcorn, aber da hatte ich so gar keine Lust drauf. Ich hatte aber wirklich Hunger, deshalb hab ich mir dann eine Protion Reis gekauft. Nur Reis. Ich meine, ich brauchte ein Abendbrot und Reis ist ja jetzt nicht so die Kalorienbombe. Also hab ich in der Pause meinen Reis gelöffelt und bin so ein bisschen rumgestiefelt. Wollte jetzt auch nicht schon wieder zu ihm gehen, weil wegen auffällig. Aber beim raus gehen hat er mich noch angelächelt. 😊 Nicht, dass ich mir irgendwas drauf einbilde. Ich erzähle es hier nur, weil es mir so unendlich viel bedeutet. Weil es so wunderschön ist. Sein Lächeln.
Irgendwann war das Programm dann zuende. Dann ging es an die Aufräumarbeiten und, obwohl ich heute frei habe, habe ich gefragt, ob ich helfen könne. Und als ob da jemand nein sagen würde, denn es gibt immer was zu helfen. :-D Also habe ich die Teppiche aufgerollt und die Kabel abmontiert und mir wurden immer mehr Anweisungen gegeben, während er in einem Sessel lag und geschlafen hat :-) Also ich weiß nicht, ob er wirklich geschlafen hat, wahrscheinlich nicht, aber das kann ich ja nicht beurteilen. Auf jeden Fall sah es so aus und es war wunderschön. Also habe ich die Klappstühle und Teppiche an meinem schlafenden Menschen vorbeigetragen und es hat wirklich Spaß gemacht, mit aufzuräumen. :-) Ich bin wie ein kleiner Wirbelwind herumgesprungen und nach einer Weile war mir seeehr warm. :-D Als er wieder aufgestanden war, hat er mit getragen und die anderen haben die Stühle gestapelt und schon bald war alles fertig. Es war auch niemand mehr da außer der Mitarbeiter. Und mir. Haha.
Draußen rief P. jemand anderem zu: "Hast du noch einen Platz frei im Auto für ihn ?" Und in dem Moment bekam ich einen riesigen Klos im Hals. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr weinen müsst, es aber nicht tut ? Schluck es runter. Dachte ich. Aber das war gar nicht so einfach. Ich atmete tief durch und ging noch mal rein. Als dann wirklich alles verstaut war, war es kurz vor zwei Uhr. Wir gingen zusammen raus und ich sagte ihm noch, dass es mir sehr gut gefallen hat. Dann hat man uns noch eine Zigarette angeboten und da sagt man ja nicht nein. Allerdings meinte er dann sofort, dass er jetzt doch alleine fährt, weil er es bis nach Hause schafft und das ja jetzt schon lange her wäre. Wir sind noch zusammen bis zu seinem Auto gegangen. Auf dem Weg habe ich schon wieder einen rausgehauen: "Fährst du jetzt sofort nach Hause ?" "Ja klar, ich muss ganz schnell in mein Bett." Ja okay, ich sehe es ja ein, es war wirklich eine doofe Frage, aber ich dachte, weil wir ja jetzt eine Kippe haben; kann mich denn niemand verstehen ? Für mich ist das nicht selbstverständlich, dass man am Steuer raucht... Naja, muss ich jetzt mit leben, war echt mal wieder dumm von mir. "Pass auf dich auf, komm gut nach Hause !" sagte ich zu ihm. "Du auch !" "Ja ich sowieso 😉" Ich habe mir schon ein bisschen Sorgen gemacht, aber was sollte ich denn noch sagen ? 'Schreib mir, wenn du zuhause bist' ? Ich bin doch nicht seine Mamaaa..
Zur Verabschiedung haben wir uns umarmt. Okay, es war jetzt nicht mega kurz, es war normal. Aber ich muss sagen, dass ich mir ein bisschen mehr erhofft hatte. Also mehr im Sinne von einer längeren Umarmung. So mit beiden Armen. So wie P. mich umarmt hat, als er "Danke für die Hilfe" gesagt hat. Aber wie das immer so ist: Je mehr man sich erhofft, desto stärker wird man enttäuscht. Nach der Umarmung hat er "Kleine" zu mir gesagt. Glaub ich. Ich bin mir nicht ganz sicher. Also erst war ich mir sicher. Aber dann hat er "Dann..." gesagt und das hat sich irgendwie genauso angehört. 😦 Ich meine, nicht, dass ich mich dann als was besonderes fühlen würde. Ich würde mich einfach nur gleichberechtigt fühlen zwischen "G.-chen" und "Schatzi". Ob er es nun wirklich gesagt hat, werde ich wohl nie erfahren. Ich kann es nur hoffen. Denn es hat sich so schön angefühlt.
Dann bin ich in mein Auto gestiegen und habe als erstes meinen Kopf aufs Lenkrad geknallt, sodass es ganz kurz gehupt hat. Aber das war schon echt mies. Ich meine, mir war irgendwie klar, dass etwas dazwischen kommen würde und eigentlich ist es so noch am besten, weil wenn ich jetzt bis zum Schluss gedacht hätte, dass er mit mir fährt und er dann auf einmal gesagt hätte "Nein, ich fahr alleine", hätte ich mich wieder persönlich angegriffen gefühlt. Trotzdem. Dieses Gefühl, wenn du dich die ganze Zeit auf etwas freust und es dir dann weggeschnappt wird. Und ich kann es ja auch niemandem sagen, wie viel mir das bedeutet !!!
Als ich dann losgefahren bin, habe ich als erstes festgestellt, dass ich nichts sehen konnte, weil alle Scheiben beschlagen waren !! Sowohl von innen als auch von außen. Nachdem ich einmal den Scheibenwischer betätigt hatte, bin ich dann aber losgefahren, weil ich vor ihm fahren wollte. In der Kurve hatte ich so Angst, dass ich irgendwo gegen fahre. Bis zur Ampel ist er hinter mir her gefahren. Dann ist er links abgebogen und ich rechts. Und dann wurden die Scheiben besser. Na super. Habe mich dann noch eine Runde geärgert, dass ich mir so viel erhofft habe und dass das mit dem mitnehmen nicht geklappt hat und das mit der Umarmung auch nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte, aber dann war ich auch schon zuhause. Ich hoffe, da ist er jetzt auch. Also bei sich zuhause. Also ich hätte auch nichts dagegen, wenn er bei mir zuhause wäre, aber hier ist er nicht, das weiß ich ja.
Jetzt liege ich in meinem Bett und mein Magen meint, dass ich schon wieder Hunger habe, dabei ist dem einfach nur langweilig. Ich bin immernoch ein bisschen traurig, dass nicht alles so geklappt hat, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber ich bin trotzdem glücklich darüber, dass ich so einen schönen Tag hatte, an dem ich so viel Zeit mit ihm verbringen konnte und ich bin dankbar für das Gespräch, das wir hatten und für das Lächeln und für jedes einzelne Wort, das er zu mir gesagt hat und für jeden einzelnen Blick, den er mir gegeben hat. Ich bin froh, dass wir uns wieder gesehen haben. Das war nämlich echt schrecklich, immer daran zu denken, dass wir uns nichtmals verabschiedet haben, als wir uns das letzte mal gesehen haben. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass ich seine Kleine bin. Hihi. Und er ist mein Großer. Mein großer, toller Mensch. ❤
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