Meine Mutter hat mir heute erzählt, dass in unserer Stadt der zweite dm geschlossen wird. Und das macht mir echt Angst.. Um meine Angst zu verstehen, müsst ihr wissen, dass er direkt hinter diesem dm wohnt.. Nachdem meine Ma mir das erzählte, war ich erst traurig, aber die erste Reaktion, die ich zeigte, war ein Lachen, weil ich mich selber fragte, was der dm mit ihm zu tun hat. "Und was, wenn es ein Zeichen ist ?" Eigentlich wollte ich das nicht laut sagen. Aber es ist mir entwichen. Ja, was, wenn es ein Zeichen ist. Der Laden schließt. Geht weg. Was, wenn er das gleiche tut ? Ich darf nicht dran denken. Ich wäre der verlorenste Mensch auf dieser Erde. Weil ich den letzten Halt, den ich noch habe, verlieren würde. Ich möchte das nicht. Bitte bleib hier...
Später habe ich nochmal nachgefragt, warum das Geschäft überhaupt schließt.. Daraufhin sagte meine Mutter, dass sie meine Besessenheit mit ihm nicht verstehe und, dass ich das Praktikum nur wegen ihm angefangen habe. Das tat weh. Am Anfang redete ich mir ein, dass es nicht so wäre, aber inzwischen weiß ich genau, dass sie Recht hat. Wollte das aber natürlich vor ihr nicht zugeben. Also dementierte ich ihre Vorwürfe. Natürlich habe ich alles nur wegen ihm gemacht. Das Thema hatten wir doch schonmal, als ich fürs Praktikum alleine Auto fuhr und auf einmal anfing zu heulen, weil mir klar wurde, dass ich es vielleicht nicht hätte tun sollen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich vorher nicht wissen konnte, dass ich ihn kaum (um nicht zu sagen nie) sehen würde, konnte ich mich gar nicht anders entscheiden. Und selbst, wenn ich gewusste hätte, dass alles anders wird, als ich es mir vorgestellt hatte, hätte ich mich genauso entschieden. Weil für mich einfach nichts mehr zählt als ihn zu sehen. Mit ihm zu reden. In seiner Gegenwart zu sein.
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