Montag, 15. Juni 2015

so much to say

Gestern war es endlich so weit: Der 13. Juni, der Tag, auf den ich so lange gewartet hatte, der Tag, auf den ich mich seit einem Jahr gefreut hatte, weil ich mich immer auf dieses Event freue wie ein kleines Kind, weil ich mich grundsätzlich freue, wenn ich ihn wieder sehen kann. Ich war also den ganzen Tag schon total aufgeregt, fuhr vorher noch zu meinem Lieblingsmädchen, unter anderem weil ich meine Jacke noch bei ihr hatte. Dazu komme ich später. Danach machte ich mich schnell fertig, zog mich um, überlegte hin und her, welches Outfit ich nun wählen sollte und entschied mich letzendlich doch für mein ursprünglich geplantes Outfit: Ein wunderschöner gemusterter Maxirock und ein weißes Shirt mit Spitze, dazu schwarze Ballerinas und meine braune Wildledertasche mit den Fransen. Um halb 7 fuhr ich los, weil wir nicht in der gewohnten Location waren, es war ja Open Air, und so musste ich etwas Zeit einplanen, um einen Parkplatz zu finden. Das ging allerdings schneller als erwartet und so war ich schon um viertel vor 7 im Park. Es waren einige Leute unterwegs, aber es war noch über eine Stunde bis zum Beginn der Veranstaltung, also beschloss ich, noch ein bisschen herumzulaufen. Ich ging zum Eingang vom Backstage Bereich und versuchte es mal wieder mit dem "Ich bin Groupie"-Trick, hat allerdings mal wieder nicht gezogen. Stattdessen unterhielt ich mich recht nett mit dem Security Mann. In dieser Zeit gingen immer wieder Leute in den Backstage Bereich und wieder heraus. Bald kamen auch Pa. und er. Im Vorbeigehen sagten sie mir "Hallo" und "Hi", aber sie waren direkt hinter der großen Trennwand verschwunden. Und da wurde mir klar: Ich muss da rein ! Also suchte ich die Begrenzung des Backstage Bereichs, die aus lauter Bauzäunen bestand, nach einem zweiten Eingang ab. Mitten im Gebüsch gab es tatsächlich eine Stelle, wo nur ein Tuch zwischen den Bauzäunen gespannt war. 'Ob das wohl ein geheimer Eingang ist ?', fragte ich mich. Und genau in diesem Moment ging das Tuch zur Seite und er kam heraus. Wie peinlich, der Ausgang lag mitten im Gebüsch und dort hielt ich mich auf. Ich sprang schnell auf den Weg zurück, allerdings ging er ganz schnell an mir vorbei, sagte auch nichts, war wahrscheinlich total beschäftigt. Bald landete ich dann doch wieder auf dem Gelände und stand dort einfach so rum, als mich auf einmal jemand von hinten ansprach. Dass ich schöne Augen habe, sagte er. Wie gesagt, von hinten !!! "Kennen wir uns ?", sagte ich. "Komm mit !" sagte der komische Typ. "Wohin ? In den Backstage Bereich ?" "Ja, sowas ähnliches." Habe mir schon irgendwas komisches dabei gedacht, 'andererseits kann ich auch einfach weggehen, wenn es mir nicht gefällt.' Er kaufte mir eine Cola und sich selbst ein Bier und bald saßen wir in einem nicht besetzten Vereinszelt. Dann fing er an, ganz komische Sachen zu sagen, wie zum Beispiel, dass ich so schön sei und ob ich mir etwas mit ihm vorstellen könnte. Bei diesem Satz sprang ich von meinem Stuhl auf und wollte weggehen. Er kam leider mit. Ich rannte zu dem Security Mann und erzählte ihm die ganze Geschichte und, dass ich Angst vor diesem Kerl habe. Er war fast 50, ich meine, das ist nicht das Problem, es kommt ja bekanntlich nicht auf das Alter an, und mir schonmal gar nicht, hehehe, aber das ging dann echt zu weit ! Mit dieser Art von Anmache kann ich so überhaupt nichts anfangen und perverse, asoziale, besoffene Männer mit Halbglatze sind auch nicht gerade das, worauf ich stehe. Als der Typ sich endlich verzogen hatte, ging ich zurück aufs Gelände, mit der ständigen Angst, ihn wiederzutreffen. Stattdessen traf ich einen alten Mitschüler von mir, wir kannten uns nicht besonders gut, aber haben uns immer gut verstanden. Also sind wir von Zeit zu Zeit miteinander rumgelaufen und haben uns die Bands angehört. Dann traf ich jemanden, den ich im Januar bei diesem Event kennen gelernt hatte, und dann passierte das allerbeste: Ich fragte ganz auf dumm, ob ich mir seine Karte mal ausleihen könnte, um in den Backstage Bereich zu gelangen. Er nahm mich mit zum Tor und sagte den Securities einfach, dass ich rein durfte. Und schon war ich drin. In meinem geliebten Backstage Bereich. Ich erkundete erstmal alles, traf P. und Pa. hinter der Bühne und unterhielt mich mit einigen Künstlern. Musste auch noch einmal versprechen, dass ich nichts anstellen würde und dass ich wirklich nur Groupie sei. :D "Jetzt gehe ich hier nie mehr raus, sonst komme ich nicht wieder rein.", sagte ich zu dem, der mich reingebracht hatte. Er nahm mich mit zu den Securities und klärte mit ihnen, dass ich mich frei bewegen und immer wieder rein kommen dürfe. Das war das allerbeste. Ich war so stolz, froh und glücklich: Wann immer er jetzt im Backstage wäre, könnte ich dort auch hingehen und mit ihm reden. Zwischendurch war ich natürlich auch immer wieder vorne, weil man hinten so wenig von den Auftritten mitbekommt und weil er die ganze Zeit in seinem Zelt saß und dort den DJ gegeben hat. Letzendlich hat es mir gar nichts gebracht, dass ich in den Backstage Bereich durfte, weil er seitdem kein einziges Mal dort war, aber von der Bühne aus konnte ich ihn durch den Schlitz im Vorhang besser sehen, obwohl er aus dieser Entfernung gerade mal so groß war wie ein Stecknadelkopf.
Nachdem seine Lieblingsband gespielt hatte, ging mein Schulkollege nach Hause und ich realisierte, dass nun auch die anderen nicht mehr kommen würden, die ich sonst dort getroffen habe. Nun stand ich also allein da. Es dauerte aber nicht lange, da tauchte Hu. auf. Er war erst so spät gekommen, weil er bis jetzt den ganzen Tag unterwegs war. Er wollte ihn gerne begrüßen, also gingen wir nach hinten zu seinem Zelt, aber mehr als ein "Hi" war auch für Hu. nicht drin. Also gingen wir wieder zurück und sahen uns ein paar Auftritte gemeinsam an. Ich wollte noch einmal in den Backstage Bereich, um noch ein bisschen dort zu chillen, allerdings durfte ich ab da nicht mehr rein, weil die Künstler angeblich ihre Ruhe haben wollten. Meine Güte, das hab ich gar nicht kapiert, aber ich war glücklich und dankbar, dass ich überhaupt rein durfte.
Inzwischen war es dunkel geworden und Hu. war sehr müde von dem anstrengenden Tag und er beschloss, nach Hause zu gehen. Die letzte Band hatte gerade angefangen zu spielen und ich ging näher an die Bühne, etwas weiter in die Masse. Neben mir stand ein Typ und als ich ihn ansah, dachte ich, ..ja, was dachte ich denn ? .. Jedenfalls dachte ich, dass ich mich nie trauen würde, ihn anzusprechen. Es dauerte nicht lang, da sprach er mich an. "Ich bin T." In diesem Moment ging mir eine Menge durch den Kopf. Als ich ungefähr 14 war, hatte ich in meiner Fantasie einen Typen mit seinem Namen. Er sah auch noch ziemlich so ähnlich aus. Außer, dass seine Haare noch etwas dunkler waren. Jedenfalls überkam mich das alles in diesem Moment wie ein eisiger Wind, der mir durch den Nacken fuhr.
Wir unterhielten uns etwas, jedoch war es viel zu laut direkt vor der Bühne und ich konnte nur die Hälfte verstehen. Er war mit seinem besten Freund dort. Bald fragten sie mich, ob wir zu ihren anderen Freunden gehen sollten und ich willigte ein, weil ich mir überlegte: 'Du behauptest immer, du seist für alles offen, also beharre jetzt nicht darauf, hier stehen zu bleiben, um ihm beim Abbauen zuzuschauen.' Es war eh die letzte Band und danach wäre zwar noch ein Foto von allen Bands geschossen worden, wahrscheinlich mit ihm, allerdings habe ich in diesem Moment eine andere Chance wahrgenommen. Wir verließen das Gelände und suchten ihre Freunde. Ich gab ihm eine Kippe und wir fanden die Freunde direkt neben dem Gelände, setzten uns zu ihnen auf die Wiese, bzw. ich durfte auf seinem Rucksack sitzen *-* Erstmal stellten sich mir alle vor und ich war leicht entsetzt, weil sie so oft "du Arsch" und "ihr Ficker" gesagt haben. Aber ich blieb. Nach einer Weile sagte er, dass er pinkeln geht und Zigaretten holt. "Wartest du hier ?" "Ja.", sagte ich, "Ja ?" "Ja, oder soll ich mitkommen ?"
Als er wieder da war, fragte jemand in die Runde, ob sie noch in den Proberaum fahren sollten, sie gründen nämlich gerade eine Band. Alle stimmten zu und wir standen auf. Die anderen gingen schonmal vor, während T. und ich dort blieben und er mich fragte: "Willst du auch noch mitkommen ?" Ich war wirklich am überlegen, dachte dann: 'Was hab ich zu verlieren ?' Ich sagte, dass ich mit dem Auto gekommen wäre und ob ich das Auto mitnehmen sollte. Die anderen waren eh schon weg, also beschlossen wir, mit dem Auto zu fahren. Ich bestand allerdings darauf, dass wir nochmal über das Gelände gingen - das Programm war ja nun vorbei - um zu sehen, ob jemand von meinen Leuten da wäre, von dem ich mich noch verabschieden könnte. Das Gelände hatte sich ziemlich geleert, aber ich habe niemand bekannten gesehen, was ich im Nachhinein gar nicht so schlecht finde. Nicht so wie bei meinem ersten Event, wo ich mit einem Typen direkt zu ihm hin gegangen bin und sagte: "Wir gehen jetzt." Wie peinlich -.-
Noch auf dem Gelände sprach mich jemand von der Seite an: "Ach, da ist doch die emotionale Freundin von der K." Ich wusste nicht, wer das war, aber ich dachte mir so: 'DANKE ! Ich habe gerade einen Typen kennen gelernt, da muss man ihm auch gleich um die Ohren hauen, dass ich so ein emotionaler Mensch bin.' -.- Das Gesprächsthema für den Rückweg war dadurch gesichert. "Wie findest du emotionale Mädchen ?" "Ich kenn da einige. Die sind ... nicht so toll. ...Aber das ist bestimmt die Ausnahme !" Jetzt habe ich wohl meinen Ruf weg. Danach sind wir jedenfalls zu meinem Auto gelaufen und da ich mir nicht mehr 100 prozentig sicher war, ob ich den Weg wusste, rief er seine Kumpels an. Bis die allerdings in die Pötte kamen und die Adresse sagten, war ich längst da. Hatte mein Auto auf dem Seitenstreifen geparkt, es war bestimmt nach ein Uhr. Die anderen waren mit der U-Bahn gefahren, deshalb gingen wir runter in den U-Bahn Schacht, wo wir drei von ihnen trafen, diejenigen mit dem Schlüssel waren jedoch nich nicht da. Also setzten wir uns auf den Boden und sie redeten über Musik. Nach einigen Minuten gingen wir geschlossen nach oben und schon mal in Richtung Bunker. Bald trafen dann auch die anderen ein und wir gingen in den Proberaum. Ich saß mit dem anderen Mädchen auf der Couch, die Jungs haben Gitarre und Schlagzeug gespielt, T. hat gesungen. Seitdem wir mit dem Auto angekommen waren, kam ich mir aber ziemlich links liegen gelassen vor und überlegte, was ich eigentlich hier machte. In meinem Kopf schwebten Gedanken wie: 'Wärst du vielleicht doch besser da geblieben ? Hättest du ihn sehen können ? Vielleicht sogar mit ihm reden ?' Nein, hätte ich nicht, weil er entweder in seinem Zelt gewesen wäre oder im Backstage Bereich. Vielleicht war es sogar ganz gut, dass ich einfach so gegangen bin. Sonst denkt er sich irgendwann auch so: 'Die war schon wieder bis zum letzten Handgriff dabei, muss mir auch immer hinterher glotzen und sich explizit von mir verabschieden.' Nein, ich weiß nicht, ob er das gedacht hätte. Vielleicht nicht ganz so extrem. Egal. Irgendwann beschlossen sie dann, den Proberaum zu verlassen und nach Hause zu gehen. Als geschlossene Gruppe gingen wir raus auf die Straße und den Weg zurück, den wir gekommen waren. An der Kreuzung wies ich leise darauf hin, dass mein Auto dort stünde und wir uns jetzt verabschieden müssten. Die anderen bekamen das erst gar nicht mit. Ich stand dort also mit T. und erst nach einigen Metern drehten sie sich um und sagten: "Was ist denn jetzt ?" "Mein Auto steht hier.", wiederholte ich. Ich sah T. an und sagte nach einer Weile: "Ja. Und jetzt ?" Er stand nur da. "Sollen wir Nummern austauschen ?", sagte ich ziemlich unsicher. "Okay." Also tauschten wir unsere Nummern aus. Gingen dabei ein bisschen mehr um die Ecke, die anderen gingen inzwischen weiter. Da standen wir nun also, es war bestimmt zwei Uhr oder später. Auf einmal kam er mir näher und küsste mich. Ich küsste ihn auch. Wir küssten uns immer wieder. Erst vorsichtig. Dann umarmten wir uns für eine Weile, dann küssten wir uns wieder. Und das ziemlich lange. "Ist das nicht bescheuert ?", fragte einer von uns. "Wir kennen uns seit zwei Stunden." Egal, es war schön. "Das ist so vertraut.", sagte er. Und ich war froh, dass er es sagte, denn ich fühlte das gleiche, wenn ich es allerdings zu erst gesagt hätte, hätte jeder sagen können "Ich auch". Es war tatsächlich ziemlich bescheuert, so bescheuert, dass wir gar nicht genug davon kriegen konnten. Er roch so gut. Und ich fragte mich, ob es war, obwohl oder weil er schon einige Bier getrunken hatte. Er roch so gut. Ich traute mich aber nicht, es ihm zu sagen. "Du riechst so gut.", sagte er plötzlich. Magischer Moment. Wir kamen uns immer näher. Wir redeten darüber, wie vertraut es sich anfühlt und klar, das kann auch jeder sagen, aber irgendwie war es in diesem Moment so magisch. Er sagte mir, dass ich schön sei. "Wirst du das auch noch morgen sagen, wenn du nicht betrunken bist ?", fragte ich ihn. "Ich kann dir eins versichern, das hat nichts damit zu tun, dass ich betrunken bin.", sagte er. Wir waren uns so nah. Dann sagte ich: "Irgendwie hat das den Charakter von ... dass wir uns nur ein mal so nah sein können, nur jetzt in diesem Moment." Das hatte etwas melancholisches. Es war inzwischen so spät, wir standen dort seit Stunden und küssten uns immer wieder. Wir kamen der Hauswand immer näher und schließlich drückte er mich gegen die Hauswand und wir küssten und immer mehr. Schließlich fragte er mich, ob ich noch mit zu ihm kommen wollte. Ich war skeptisch. "Und was machen wir dann ?" "Ja, was machen wir dann ?" "Du, das ist mir jetzt echt etwas zu schnell." Klar, das hier ging alles ziemlich schnell. Aber so schnell musste es nun wirklich nicht sein. Ich machte ihm klar, dass ich Angst hatte, dass wir uns danach nie mehr wieder sehen würden. "Aber wenn du mit zu mir kommst, wachst du doch morgen neben mir auf, dann sehen wir uns wieder." Schließlich einigten wir uns darauf, dass ich noch mitkomme, aber um 4 Uhr zuhause sein wollte. Das war um 3 Uhr. Ich nahm seine Hand und erst liefen wir ein paar Meter, dann hielten wir es für sinnvoller, mit dem Auto zu fahren, damit ich von da aus direkt nach Hause könnte. Er führte mich dorthin und ich parkte um die Ecke. Dann gingen wir in die Wohnung, wo er mit seinem besten Freund wohnte. Der schließ allerdings schon. In seinem Zimmer begrüßte uns erstmal der kleine Hund seiner Mutter, den er momentan in Pflege hat. So ein süßes Tierchen. Dann setzten wir uns auf sein Bett und ich bekam erstmal einen Hustenanfall, weil ich voll das Kratzen im Hals hatte. Peinlich. Er gab mir etwas zu trinken und dann ging es auch irgendwann wieder. Dann begannen wir wieder, uns zu küssen und ließen uns nach hinten aufs Bett fallen. Er hob meine Beine hoch ins Bett und wir küssten uns und das schönste war, ihn im Nacken zu streicheln oder im Gesicht oder einfach seinen Körper zu spüren. Nach einer Weile fummelte er an meinen Klamotten rum. "Was machst du da ?", fragte ich ihn. "Na dich ausziehen." Aber das wollte ich nicht. Daraufhin berührte er meinen Bauch und sagte mir, ich solle stopp sagen, wenn er zu weit geht. Das habe ich dann auch getan und ich sagte ihm, dass wir, wenn wir uns wirklich wiedersehen, noch so viel Zeit hätten und, dass er mir diese Zeit doch bitte geben solle. Ich sagte auch, dass es nicht an ihm läge, sondern dass ich einfach nur nichts tun wolle, was ich hinterher bereue. Bzw. nicht, dass ich es getan habe, sondern, dass ich es zu schnell getan habe. Ich erinnerte mich daran, wie er auf dem Rückweg zu mir sagte: "Ich zwinge dich zu gar nichts." und ich antwortete: "Ich lass mich auch zu nichts zwingen." Haha. Dabei blieb es dann auch und es war so schön und ihr fuhr durch seine Haare und alles war so perfekt, so magisch, so vertraut. Aber jetzt kommt der Wahnsinn: Als ich ein mal die Augen öffnete, als wir uns so nah waren, da sah ich, wie er mich mit seinen Koalaaugen ansah. Ja, richtig: KOALA. Es war ein unglaubliches Gefühl, welches dieser Moment in mir auslöste. Spontan wollte ich weinen, dann fragte ich mich, warum ich denn weinen sollte und dass ich doch lieber lachen sollte, weil dieser Augenblick so schön war. Nicht im Sinne von Ersatz oder Neuerschaffung. Es war etwas ganz anderes als alles, was ich je erlebt habe, und doch so vertraut. Es war der Wahnsinn. Bald lag er neben mir und hatte die Augen geschlossen, ich sah auf die Uhr und es war 4:20. "Schläfst du ?". sagte ich. "Nein." Er sah sehr müde aus. "Du weißt schon, dass du mich noch raus lassen musst ?" Er hatte die Haustür abgeschlossen. Also standen wir auf und gingen runter, an der Haustür verabschiedeten wir uns, "Bis bald.", habe ich gesagt. Draußen war es schon wieder hell. Als ich ein paar Meter gegangen war, fiel mir auf, dass ich meine Jacke vergessen hatte. Genau die Jacke, die ich heute erst geholt hatte. Aber was hätte ich tun sollen, die Haustür war schon wieder zu, es war mitten in der Nacht, also hätte ich nicht klingeln können.. Ich hätte ihn höchstens anrufen können, aber da fiel mir auch ein, dass ich vor ein paar Tagen ein Video im Internet gesehen habe, wo es hieß, man sollte doch 'ganz versehentlich' etwas bei demjenigen vergessen, damit man sich quasi wieder sehen muss. Ich hatte meine Jacke ja nichtmals absichtlich vergessen. Also ging ich ohne Jacke, aber dafür mit einem breiten Lächeln zu meinem Auto und fuhr nach Hause. 5 Uhr war es, bis ich zuhause war, müde war ich nicht unbedingt, hielt es aber doch für die beste Idee, schlafen zu gehen.

Die Nacht war furchtbar. Ich wachte immer wieder auf, mal hatte ich Husten, mal tat mir was weh, mal konnte ich einfach nicht wieder einschlafen. Jedenfalls habe ich dann bis 13 Uhr geschlafen, dachte dann darüber nach, ob ich diese ganze Geschichte überhaupt hier veröffentlichen soll, weil ich ja noch gar nicht weiß, was jetzt daraus wird und dieser Blog ja in letzter Zeit eigentlich nur noch vom ihm handelt. Ich habe mich doch dafür entschieden, dass ich es aufschreiben möchte, weil das ein Teil meines Lebens war und es daher einen Platz in dieser Gallerie verdient hat. Selbst, wenn ich hier eines Abends mit ihm sitzen werde und das lesen werde.
Beim Frühstück überlegte ich, ob ich T. anschreiben sollte, weil er seit halb 5 nicht mehr on war. Er sollte auch eigentlich auf der Arbeit sein, aber nachdem Hu. mich fragte, ob ich heute wieder in den Park komme, schrieb ich ihn an: "halluh :) bist du heute wieder im park ?" In der Zwischenzeit überlegte ich, was ich Hu. antworten sollte. Wenn er hingeht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er auch dort ist. Und ich würde ihn so gerne nochmal sehen. 'Vielleicht ist er heute nicht so beschäftigt, sodass ich sogar etwas mit ihm reden könnte.', dachte ich mir. Ich erledigte ein paar Sachen mit meiner Mutter, dann holte ich Hu. ab und wir fuhren zusammen hin. Es war ein schöner sommerlicher Tag und ich trug mein blau weiß gestreiftes Kleid, dazu blaue Ballerinas und dieselbe Tasche wie gestern. Als wir im Park angekommen waren, erhielt ich eine Antwort von T.: "Hey :) ne bin ich nicht" "okay schade, ich bin wieder da.", antwortete ich.
"Okay"
"wie war's auf der arbeit ? :)"
"Ich war nicht arbeiten heute ^^"
"achso, verständlich :D
 ich hab meine jacke bei dir vergessen, oder ?
"
"Ja, hast du ^^"
"oh mist :D hab ich etwas zu spät gemerkt"
"Jo ich hab die auch erst vorhin gesehen ^^"
"hast du dietage mal zeit ? ich bräuchte die nämlich bis donnerstag wieder..."
"Ja bekommen wir hin ^^"
"gut :)"

Das war alles, was wir geschrieben haben. Ist das gut ? Ist das schlecht ? Ist das wenig ? Ja, eigentlich ist das schon wenig, aber das sagt ja nichts aus, eigentlich, oder ? Was sagt das aus ? Irgendwie schien es so, als wollte er nicht mit mir schreiben. Immer diese komischen Dinger ^^.Vielleicht ist das aber auch seine Art. Ich weiß es nicht. Ich hab keine Ahnung, was ich jetzt denken oder fühlen soll. Es war so eine besondere Nacht, so ein besonderes Gefühl, wenn man jetzt nur wüsste, ob er genauso denkt.. Ich kann nicht wissen, wie es weiter geht, das einzige, was ich machen kann, ist abwarten und dabei versuchen, mich nicht wieder in irgendwas reinzusteigern. Es ist wirklich schicksalhaft, wie er auf einmal vor mir stand, aber ganz so naiv bin ich nicht mehr, zu glauben, dass das Schicksal mir mein Glück in die Arme legen würde. Entweder ist das irgend eine Falle, oder ein Stolperstein, der mir in den Weg gelegt wurde. Bloß nicht in Sicherheit wiegen, nur, weil irgendwas 'schicksalhaft' scheint. Dann falle ich genauso drauf rein wie letztes Jahr: Gleicher Zeitpunkt: eine knappe Woche bevor ich in den Urlaub fahre. Ich lerne einen Typen kennen, wir treffen uns, alles scheint so schicksalhaft, ich erhalte massenhaft Zeichen vom Schicksal, und am Ende heißt es nur: "Verarscht." Also nicht von ihm, sondern vom Schicksal.
Mal sehen, was daraus wird. Mehr kann ich im Moment nicht tun. Ob ich es bereue ? Nein. Es war alles gut so wie es war, denn ich bin offen für neues, ich bin nicht fixiert, ich bin nicht verliebt, ich bin nicht sein Magnet. Das ganze geht ja schon ein Weilchen so, ich habe also bereits festgestellt, dass dieses Gefühl für immer bleibt, aber dass ich mich trotzdem noch verlieben kann. Mit meinem Ex war ich immerhin über ein Jahr zusammen und auch das letztes Jahr entstand innerhalb dieser Zeit mit ihm. Das Gefühl, für das es kein Wort gibt, wird immer bleiben, keine Frage. Trotzdem bin ich froh, dass alles so passiert ist, gespannt auf das, was kommt, irgendwie auch ein bisschen ängstlich, verständlicherweise, wie ich finde, und gleich muss ich schlafen gehen und ich habe keine Ahnung, woran ich denken soll. Ich vermisse ihn doch so sehr, allerdings bin ich ja gar nicht verliebt, in niemanden.

Ich hatte noch gar nicht von heute zu Ende erzählt: Nachdem wir ankamen, sind Hu. und ich auf das Gelände gegangen, haben als erstes Pa. gesehen, dann haben wir auch ihn gesehen, wir haben uns angelächelt. Dann habe ich mit anderen Bekannten geredet und wir sind weiter rumgelaufen. Eigentlich wollte ich nur ihn wieder finden. Ich habe Hu. durch den kompletten Park gescheucht auf der Suche nach ihm, er war wie vom Erdboden verschluckt. Ich hatte auch nicht so viel Zeit heute, weil meine beste Freundin mich am Abend besuchen kam. Doch kurz bevor ich gehen musste, sagte Hu., dass er noch zu ihm wolle und ihn jetzt anrufe. Im gleichen Moment sahen wir ihn dann aber auf der Wiese und wir gingen zu ihm. Hu. ging vor. Er gab ihm die Hand, ich wollte auch, dann sagte er: "Lass dich drücken." Und wir umarmten uns. *-* Die beiden unterhielten sich über Schulen und Universitäten, ich saß daneben und hörte zu. Schließlich hatte ich eine Idee: Hu. und ich hatten zwar schon ziemlich viele Fotos gemacht, trotzdem fand ich die Gelegenheit gut, ihn zu fragen, ob er noch eins von uns macht. "Ja, klar." Ich gab ihm mein Handy, wir standen auf, er machte ein Foto und wir setzten uns wieder. Mein Plan ist damit nicht so ganz aufgegangen, da er sitzen blieb, also muss ich wohl noch eine dreiviertel Ewigkeit darauf warten, dass ich mit ihm ein Foto mache. Immerhin: Er hatte mein Handy in der Hand !! *-* ...Und dann war es so weit: Jetzt, so kurz nachdem wir ihn endlich gefunden hatten, musste ich gehen. Ich wäre gerne noch länger geblieben. Um mit ihm zu reden, einfach in seiner Nähe zu sein. Aber wenn ich eins im Leben gelernt habe, dann: Versetze niemals und für niemanden deine Freunde ! Schon gar nicht deine besten Freunde. Ich hab nur zwei davon. Außerdem wollte ich sie ja auch wirklich sehen, da das unsere letzte Möglichkeit ist, bevor ich in den Urlaub fahre. Also verabschiedete ich mich, sagte zu Hu: "It was nice to see you today." sagte zu ihm: "Ciao, schönen Tag noch." Dann ging ich.
Im Auto überlegte ich, dass ich wieder nicht mit ihm geredet hatte, bloß daneben saß, als sie redeten. Aber immerhin habe ich mit ihm an einem Tisch gesehen, ich habe ihn noch ein mal gesehen, bevor ich in den Urlaub fahre, und dass es so viel besser ist, als wenn gestern das letzte Mal gewesen wäre, weil wir uns gestern kaum wahrgenommen haben. Denn dadurch, dass jetzt Programmpause ist, werden wir uns für eine unbestimmte Zeit nicht sehen. Das heißt: Keine Ahnung, wann wir uns wieder sehen werden. Das wird hart. Zwei oder drei Monate werden es sein. Bitte, mach es nicht ganz so schlimm.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen